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Mehrere Hürden und bahnbrechende Strategien für die orale Verabreichung von Protein- und Peptidmedikamenten
Grundlagen der Peptidforschung

Mehrere Hürden und bahnbrechende Strategien für die orale Verabreichung von Protein- und Peptidmedikamenten

2026-02-26

Im Bereich der Biopharmazeutika nehmen Protein- und Peptidwirkstoffe (PPs) aufgrund ihrer gut definierten Wirkmechanismen, hohen Selektivität und geringen Nebenwirkungen eine zentrale Rolle bei der Behandlung verschiedener Erkrankungen wie Diabetes und Osteoporose ein. Die traditionelle parenterale Verabreichung ist jedoch nicht nur schmerzhaft und unangenehm für die Patienten, sondern kann auch zu unerwünschten Reaktionen wie subkutanen Knötchen und Infektionen führen und die Therapietreue erheblich beeinträchtigen. Die orale Verabreichung, die komfortabelste und von den Patienten bevorzugte nicht-invasive Methode, kann den natürlichen Sekretionsprozess von Proteinen nachahmen und so potenziell Nebenwirkungen reduzieren. Dennoch stellt das komplexe physiologische Milieu des Gastrointestinaltrakts (GI-Trakt) zahlreiche erhebliche Barrieren dar, die zu einer extrem niedrigen oralen Bioverfügbarkeit von PPs führen und eine große Herausforderung für die pharmazeutische Industrie darstellen. Dieser Artikel bietet eine systematische Analyse der zentralen Hindernisse, bahnbrechenden Strategien, des aktuellen Stands der klinischen Anwendung, bestehender Herausforderungen und zukünftiger Entwicklungsrichtungen für die orale Verabreichung von PPs und liefert damit einen klaren Rahmen für Forschung und Entwicklung in diesem Bereich.

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1. Zentrale gastrointestinale Barrieren bei der oralen Verabreichung von PPs

Die physiologische Struktur und das Milieu des Magen-Darm-Trakts stellen mehrere Hindernisse für die Absorption von PPs dar, die sich im Wesentlichen in drei Hauptklassen einteilen lassen: biochemische Barrieren, Schleimbarrieren und intestinale Epithelbarrieren, von denen jede mehrere spezifische Herausforderungen mit sich bringt.

1.1 Biochemische Barrieren

Dies stellt das Haupthindernis für die orale Aufnahme von PPs dar und ist hauptsächlich auf das extreme chemische Milieu des Magen-Darm-Trakts zurückzuführen, das sich in drei Punkte unterteilen lässt:

  • pH-Barriere:Der pH-Wert im Magen liegt bei nur 1,2–3,0. Dieses stark saure Milieu kann dazu führen, dass sich PPs entfalten, aggregieren oder sogar hydrolysieren und dadurch ihre Bioaktivität verlieren. Beispielsweise wird Insulin im Magen aufgrund der Spaltung von Disulfidbrücken rasch inaktiviert. Beim Eintritt in den Darm steigt der pH-Wert auf alkalische 6,5–8,0 an, was die Deamidierung und Aggregation von PPs begünstigen und deren Stabilität weiter beeinträchtigen kann.
  • Enzymatische Barriere:Der Magen-Darm-Trakt ist reich an verschiedenen proteolytischen Enzymen. Pepsin im Magen sowie Trypsin, Chymotrypsin usw. im Dünndarm spalten PPs rasch in kleine Molekülfragmente und machen sie dadurch therapeutisch unwirksam. Studien zeigen, dass freies Insulin nach einer Stunde in simulierter Magensaftlösung mit Pepsin nicht mehr intakt nachweisbar ist und in simulierter Darmflüssigkeit innerhalb von 15 Minuten nahezu vollständig abgebaut wird.
  • Thiol/Disulfid-Austauschreaktionsbarriere:Das Darmlumen enthält reichlich Thiol-haltige Substanzen wie Glutathion, die mit Disulfidbrücken in PPs Austauschreaktionen eingehen können. Dies stört deren native Struktur, führt zur Bildung inaktiver Konjugate und kann zudem die Aggregation und Clearance der PPs beschleunigen.

1.2 Schleimbarriere

Die die Darmwand auskleidende Schleimschicht stellt ein erhebliches Hindernis für das Erreichen der Epithelzellen durch Polypen (PPs) dar. Diese Schicht, die hauptsächlich aus Muzinen besteht, bildet durch Vernetzung ein viskoelastisches, gelartiges Netzwerk mit Porengrößen von 20–1800 nm und wirkt somit als Molekularsieb für PPs. Darüber hinaus kann die negativ geladene Schleimschicht PPs durch nicht-kovalente Wechselwirkungen wie elektrostatische Kräfte, Wasserstoffbrückenbindungen und hydrophobe Wechselwirkungen einschließen. Die äußere Schleimschicht wird kontinuierlich mit einer Umsatzrate von 50–270 Minuten erneuert, wodurch eingeschlossene PPs schnell entfernt und deren Kontaktzeit mit dem Darmepithel deutlich verkürzt wird.

1.3 Darmepithelbarriere

Selbst wenn PPs die Schleimschicht erfolgreich durchdringen, stellt die von den Darmepithelzellen gebildete physikalische Barriere die letzte Hürde dar. Die Tight Junctions zwischen diesen Zellen bedecken weniger als 1 % der Schleimhautoberfläche und weisen Spalten von nur etwa 6 Å auf – weit kleiner als die molekularen Dimensionen der meisten PPs –, was einen parazellulären Transport verhindert. Aufgrund ihrer hydrophilen Natur können PPs die Lipiddoppelschicht der Epithelzellen nur schwer durchdringen. Selbst bei Internalisierung durch Endozytose besteht die Gefahr des Abbaus durch intrazelluläre Proteasen oder des Efflux durch Pumpen, was einen erfolgreichen transzellulären Transport in den systemischen Kreislauf behindert.

2. Schlüsselstrategien zur Überwindung gastrointestinaler Barrieren

Um die oben genannten Hürden zu überwinden, haben Forscher eine Reihe gezielter Strategien entwickelt, die von chemischer Modifizierung über die Verkapselung von Trägermaterialien bis hin zur physikalischen Verbesserung reichen. Einige dieser Strategien können mehrere Hürden gleichzeitig angehen.

2.1 Strategien gegen biochemische Barrieren

  • pH-Regulierung:Die Anpassung des pH-Werts im lokalen Mikromilieu mithilfe von Puffern (z. B. SNAC) oder magensaftresistenten Überzügen minimiert säure- und basenbedingte Schäden. Beispielsweise wird orales Semaglutid (Rybelsus®) zusammen mit SNAC formuliert, wodurch im Magen ein nahezu neutrales Mikromilieu entsteht, das die Struktur des Wirkstoffs schützt. Magensaftresistente Kapseln ermöglichen es den Wirkstoffen, die Magensäure zu umgehen und im Darm freigesetzt zu werden. Zusätzlich kann die Zugabe von Substanzen wie Zitronensäure zu Formulierungen den lokalen pH-Wert im Darm senken, die Proteaseaktivität hemmen und die Wirkstoffe indirekt schützen.
  • Chemische Modifizierung:Die physikochemischen Eigenschaften von PPs lassen sich durch PEGylierung, Lipidierung, Peptidcyclisierung oder N-/C-terminale Acetylierung verändern, um ihre Resistenz gegenüber extremen pH-Werten und enzymatischem Abbau zu erhöhen. Die PEGylierung führt zur Bildung einer Hydrathülle und sterischen Hinderung, wodurch der Kontakt mit Protonen und Enzymen reduziert wird. Die Cyclisierung erhöht die molekulare Steifigkeit, senkt die Konformationsentropie und verstärkt die Resistenz gegen Abbau. Die Lipidierung erhöht die Hydrophobizität der PPs und schafft so die Grundlage für deren spätere Passage durch Epithelzellen.
  • Verkapselungstechnologien:Die Verkapselung von PPs in Trägermaterialien wie Liposomen, metallorganischen Gerüsten (MOFs) oder Polymernanopartikeln erzeugt eine physikalische Barriere, die sie vor Säuren, Basen und Enzymen schützt. Beispielsweise können acetylierte Inulin-Nanopartikel die Sekundär- und Tertiärstruktur von Insulin im Magen schützen und im Darm durch den Abbau des Trägers mittels der Darmmikrobiota kontrolliert freigesetzt werden. Ein Liposom-Alginat-Hydrogel-Kompositsystem reduziert effektiv den PP-Abbau und die initiale Freisetzung im Magen.
  • Enzymhemmer:Die Zugabe von Proteaseinhibitoren (z. B. Sojabohnen-Trypsininhibitor, U-Omp19) zu Formulierungen hemmt den Abbau von PPs durch Bindung an die aktiven Zentren der Enzyme oder durch Chelatisierung essentieller Metallionen (z. B. EDTA durch Chelatisierung von Ca²⁺). Diese Strategie birgt jedoch potenzielle Toxizitätsrisiken, kann die normale Verdauung beeinträchtigen und bei Langzeitanwendung zu kompensatorischen Erhöhungen der Proteasesekretion führen.

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2.2 Strategien gegen die Schleimbarriere

Strategien, die auf die Schleimbarriere abzielen, lassen sich im Wesentlichen in zwei Kategorien einteilen: schleimpenetrierende und mukoadhäsive Strategien, die darauf abzielen, die Kontakteffizienz mit dem Epithel durch „aktive Penetration“ bzw. „verlängerte Verweildauer“ zu verbessern.

Schleimdurchdringende Strategien:

  • Die Zugabe von Mukolytika (z. B. N-Acetylcystein) zur Spaltung von Disulfidbrücken zwischen Muzinmolekülen verringert die Dichte des Schleimgels und schafft so Kanäle für Peyer-Plaques. Dies kann die Schutzfunktion der Schleimhaut beeinträchtigen und das Infektionsrisiko erhöhen.
  • Die hydrophile Modifizierung von Trägermaterialien (z. B. PEGylierung) reduziert hydrophobe Wechselwirkungen mit Muzinen und verbessert so die Diffusionsrate des Schleims. Molekulargewicht und Pfropfdichte des PEG müssen präzise kontrolliert werden, um die Penetration zu optimieren.
  • Durch Modifizierung der Oberflächenladung des Trägers hin zu nahezu neutral oder schwach negativ lassen sich starke elektrostatische Wechselwirkungen mit negativ geladenen Muzinen vermeiden. Kombinatorische kationisch-anionische Oberflächenmodifikationen, die virale Oberflächeneigenschaften nachahmen, können die Penetrationseffizienz verbessern.
  • Optimierung der Trägergröße (optimal 50–200 nm), Form (stabförmige oder kurze Nanoröhren dringen leichter ein) und Steifigkeit (mäßig steife Träger können sich verformen, um das Schleimgewebe zu durchdringen), wodurch räumliche Hindernisse reduziert werden.
  • Durch die Nutzung des aktiven Antriebs von Mikro-/Nanomotoren, die durch katalytische Reaktionen, Magnetfelder usw. angetrieben werden, wird der viskoelastische Widerstand des Schleims überwunden, um ein tiefes Eindringen zu ermöglichen.

Mukoadhäsive Strategien:

  • Hydrophobe Modifizierung der Träger zur Verbesserung der Wechselwirkung mit hydrophoben Bereichen der Muzine und Verlängerung der Verweildauer der PPs im Darm.
  • Kationische Modifizierung (z. B. Chitosan-Beschichtung) zur Steigerung der Adhäsion durch elektrostatische Wechselwirkung mit negativ geladenen Muzinen, wodurch möglicherweise auch die Aufnahme durch Epithelzellen gefördert wird.
  • Durch die Einführung von Thiolgruppen auf Trägermaterialien zur Bildung stabiler Disulfidbindungen mit Cysteinresten in Muzinen wird die Adhäsion deutlich verbessert und die Wirkungsdauer des Arzneimittels verlängert.

2.3 Strategien gegen die Darmepithelbarriere

Permeationsverstärker: 

Die Permeabilität von Permeationspeptiden (PPs) wird durch vorübergehende Veränderung der Epithelstruktur erhöht. Chelatoren (z. B. EDTA, EGTA) können durch die Bindung von Ca²⁺ die Tight Junctions öffnen. Tenside (z. B. SDS, SNAC) erhöhen die Fluidität der Zellmembran und fördern so den transzellulären Transport. Zellpenetrierende Peptide (z. B. Penetratin®) vermitteln den Eintritt von PPs in die Zellen über elektrostatische und hydrophobe Wechselwirkungen. Einige Permeationsverstärker können jedoch toxisch wirken und erfordern daher eine strenge Sicherheitsbewertung.

Chemische Modifizierung:

  • Lipidierung zur Erhöhung der Hydrophobizität der PPs, wodurch die Integration in die epitheliale Lipiddoppelschicht erleichtert und die Effizienz des Transmembrantransports gesteigert wird.
  • Durch Ligandenkonjugation (z. B. an Desoxycholsäure, Vitamin B12) werden PPs an Transporter auf der Oberfläche von Epithelzellen (z. B. ASBT, PAT1) gelenkt, wodurch eine aktive Absorption über rezeptorvermittelte Endozytose ermöglicht und die Transportspezifität und -effizienz verbessert werden.

Nanoträgermodifikation:

  • Die hydrophobe Modifizierung von PP-beladenen Nanopartikeln verstärkt die Wechselwirkung mit Epithelzellmembranen und fördert so die Endozytose.
  • Durch kationische Modifizierung wird die Bindung von Nanopartikeln an negativ geladene Epithelzelloberflächen erhöht, wodurch die zelluläre Aufnahme gesteigert wird.
  • Die Funktionalisierung mit Liganden (z. B. Transferrin-Konjugation) ermöglicht den gezielten Transport von Nanopartikeln und schützt gleichzeitig die PPs vor Abbau während des Transports.
  • Die zwitterionische Modifizierung ahmt virale Oberflächeneigenschaften nach und erleichtert so sowohl das Eindringen in Schleimzellen als auch den PAT1-Rezeptor-vermittelten Eintritt in Epithelzellen, wodurch gleichzeitig die Schleim- und Epithelbarrieren durchbrochen werden.

2.4 Synergistische Integration von Strategien

Eine einzelne Strategie reicht oft nicht aus, um mehrere Hürden zu überwinden. Nanoträger haben sich als zentrale Plattform zur Integration verschiedener Strategien etabliert. Um die gegensätzlichen Anforderungen an die Oberflächeneigenschaften für die Schleimpenetration (hydrophil/neutral) und die Aufnahme in Epithelzellen (hydrophob/kationisch) zu erfüllen, haben Forscher Strategien wie dissoziierbare Beschichtungen, hydrolysierbare Beschichtungen und die Mikronadeltechnologie entwickelt.

  • Dissoziierbare Beschichtungen:Die Träger sind mit einer hydrophilen Schicht (z. B. SB12, pHPMA) beschichtet, die sich nach dem Durchdringen der Schleimschicht ablöst und einen hydrophoben oder kationischen Kern freilegt, um die Aufnahme durch Epithelzellen zu fördern.
  • Hydrolysierbare Beschichtungen:Durch Ausnutzung von pH- oder enzymatischen Unterschieden zwischen der Schleimschicht und der Epithelfläche wird die Trägerbeschichtung hydrolysiert, wodurch sich die Oberflächenladung von neutral zu positiv umkehrt und die Epithelbindung verstärkt wird.
  • Mikronadeltechnologie:PPs werden auf biologisch abbaubare Mikronadeln aufgebracht, die über orale Kapseln verabreicht werden. Im Magen-Darm-Trakt durchdringen die Mikronadeln die Schleim- und Epithelbarriere und ermöglichen so die direkte Wirkstoffabgabe, wodurch die Bioverfügbarkeit deutlich erhöht wird. Einige Mikronadelsysteme haben eine orale Insulin-Bioverfügbarkeit von bis zu 23,6 % erreicht.

3. Aktueller Stand der klinischen Anwendung für die orale Verabreichung von PPs

3.1 Vermarktete Produkte

  • Aktuell zugelassene orale PP-Formulierungen basieren hauptsächlich auf relativ ausgereiften, einfacheren Strategien. Beispiele hierfür sind:
  • Semaglutid-Tabletten (Rybelsus®):Nutzen Sie SNAC als Permeationsverstärker, um die intestinale Absorption zu verbessern.
  • Orales Octreotid (Mycapssa®):Die Kombination aus Peptidzyklisierung, magensaftresistenter Beschichtung und Permeationsverstärkertechnologie erreicht eine Bioverfügbarkeit von 0,7%.
  • Cyclosporin A (Neoral®):Es wird ein selbstemulgierendes Nanoemulsionssystem (SNEDDS) verwendet, das seine lipophile Natur für eine effiziente orale Absorption mit einer Bioverfügbarkeit von 19–40 % nutzt.

3.2 Produkte in der klinischen Entwicklung

Mehrere experimentelle Formulierungen erforschen komplexere technologische Wege, wie zum Beispiel:

  • Die orale liposomale Insulinformulierung von Diasome Pharmaceuticals:Es wurde für die gezielte Verabreichung an Hepatozyten modifiziert, um die physiologische Insulinabgabe nachzuahmen. Es befindet sich in Phase II/III der klinischen Studien.
  • Oshadis insulinbeladene Siliciumdioxid-Nanopartikel:In Kombination mit einer Modifizierung hydrophober Polysaccharide befindet sich das Verfahren derzeit in Phase-II-Studien.
  • Mikronadelkapsel von Rani Therapeutics:Die PPs werden mittels mechanischer Durchstechtechnik verabreicht, nachdem Phase-I-Studien mit vielversprechender Sicherheit und Wirksamkeit abgeschlossen wurden.

4. Bestehende Herausforderungen bei oralen PP-Verabreichungsstrategien

Trotz bedeutender Fortschritte in der Forschung steht die klinische Umsetzung der oralen PP-Verabreichung vor mehreren Herausforderungen:

  • Geringe Bioverfügbarkeit:Die meisten derzeitigen Strategien gehen nur teilweise auf die bestehenden Hindernisse ein. Auf dem Markt erhältliche Formulierungen weisen typischerweise eine orale Bioverfügbarkeit von unter 1 % auf, die oft nicht ausreicht, um die Wirksamkeit von Injektionspräparaten zu erreichen, was ihren Einsatz bei schweren Erkrankungen einschränkt.
  • Herausforderungen bei der Skalierbarkeit der Fertigung:Die Sicherstellung einer gleichbleibenden Nanopartikelgröße und einer reproduzierbaren Chargenqualität ist schwierig. Hohe Produktionskosten und Prozessinstabilität bei der Skalierung behindern die klinische Umsetzung.
  • Sicherheits- und Regulierungsfragen:Es fehlen Langzeitdaten zur Biosicherheit von Nanoträgern, wodurch potenzielle Risiken der Akkumulation und Immunogenität bestehen. Die Zulassungsverfahren für neuartige Verabreichungssysteme sind weiterhin unklar, was die Entwicklung zusätzlich erschwert.
  • Unzureichende Trägerstabilität:Organische Träger (z. B. Liposomen) können Wirkstoffe freisetzen, während anorganische Träger (z. B. mesoporöse Siliciumdioxid-Nanopartikel) eine schlechte biologische Abbaubarkeit aufweisen können, was die Wirksamkeit und Sicherheit der Formulierung beeinträchtigt.

5. Zukünftige Ausrichtung

Um diese Herausforderungen zu bewältigen und die orale Verabreichung von PPs zu verbessern, sollte sich die zukünftige Forschung auf Folgendes konzentrieren:

  • Fortgeschrittene Entwicklung biologischer Modelle:Durch die Nutzung von aus menschlichen Stammzellen gewonnenen Organoidmodellen in Kombination mit mikrofluidischer Technologie lässt sich die Physiologie des Magen-Darm-Trakts präziser simulieren. Dies ermöglicht eine effiziente Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit von Verabreichungssystemen und reduziert die Abhängigkeit von Tierversuchen.
  • Optimierung der Nanoträgerentwicklung:Die Herstellung von Nanoträgern wird vereinfacht, kostengünstige, biologisch abbaubare Materialien werden entwickelt und Oberflächenmodifizierungsstrategien optimiert. Zu den Zielen gehören die Verbesserung der skalierbaren Produktionskapazität und der Chargenkonsistenz bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Barrierewirkung.
  • KI-gestützte Forschung und Entwicklung:Durch den Einsatz von KI zur Analyse umfangreicher präklinischer und klinischer Datensätze lassen sich Biokompatibilität, Toxizität und Wirkstofftransporteffizienz vorhersagen. Dies optimiert die Formulierung, verkürzt Entwicklungszyklen und senkt die F&E-Kosten.

6. Zusammenfassung

Die Weiterentwicklung oraler Verabreichungstechnologien für Pharmazeutika stellt einen bedeutenden Trend in der Biopharmazie dar. Ihr zentraler Wert liegt in der Patientenorientierung mit dem Ziel, die Lebensqualität der Patienten durch mehr Komfort und Sicherheit zu verbessern, insbesondere bei Langzeittherapien. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass einzelne Strategien angesichts der vielfältigen Barrieren im Magen-Darm-Trakt nicht ausreichen. Multistrategische, synergistische Nanoträgersysteme und innovative Mikronadeltechnologien weisen das vielversprechendste Potenzial auf. Insbesondere umweltreaktive, „intelligente“ Träger, die sich dynamisch an unterschiedliche Barrieren anpassen, bieten neue Ansätze zur Steigerung der Bioverfügbarkeit.

Gleichzeitig ist es entscheidend zu erkennen, dass die klinische Umsetzung oraler PPs vor erheblichen Herausforderungen steht. Die signifikante Verbesserung der Bioverfügbarkeit bleibt das Hauptziel und erfordert ein tieferes Verständnis der GI-Physiologie für eine präzise Strategieentwicklung. Sicherheit ist Voraussetzung für die klinische Anwendung und erfordert die Validierung der Biokompatibilität und Abbaubarkeit des Trägers durch Langzeit-Toxizitätsstudien und klinische Beobachtung. Darüber hinaus sind Durchbrüche bei den Produktionskosten und die Skalierung der Fertigung entscheidend, um sicherzustellen, dass innovative Formulierungen einer breiten Patientengruppe zugutekommen.

Insgesamt trägt die interdisziplinäre Konvergenz von Materialwissenschaft, Nanotechnologie und KI dazu bei, die technischen Hürden der oralen Verabreichung von PPs schrittweise zu überwinden. Mit fortgesetzter Grundlagenforschung und klinischer Validierung verspricht die Zukunft die Entwicklung oraler PP-Formulierungen mit hoher Bioverfügbarkeit, exzellentem Sicherheitsprofil und kontrollierbaren Kosten. Dies könnte das derzeitige, auf Injektionen basierende Behandlungsparadigma grundlegend verändern, Patienten ein besseres Therapieerlebnis bieten und den kontinuierlichen Fortschritt in der biopharmazeutischen Industrie vorantreiben.


Originalartikel:

Wang X, Wang K, Fang Y, Zhang Y, Yi L, Li X, Zhao Q, Zhu X, Cai S, Wan L. Strategien zur Überwindung der vielfältigen Barrieren bei der oralen Verabreichung von Protein- und Peptidtherapeutika. Mater Today Bio. 2026 Jan 7;37:102763.