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Veröffentlichung in Redox Biology: CB3-Peptid reguliert oxidativen Stress und Neuroinflammation – ein neuer Hoffnungsschimmer für dauerhafte antiepileptische Wirkungen
Peptidanwendungen

Veröffentlichung in Redox Biology: CB3-Peptid reguliert oxidativen Stress und Neuroinflammation – ein neuer Hoffnungsschimmer für dauerhafte antiepileptische Wirkungen

25.02.2026

Heute stellen wir Ihnen eine wichtige Studie des Teams um Tawfeeq Shekh-Ahmad von der Hebräischen Universität Jerusalem vor, die in Redox Biology veröffentlicht wurde. Diese Studie untersucht erstmals systematisch das therapeutische Potenzial des Thioredoxin-mimetischen Peptids TXM-CB3 (CB3) in einem Modell der Temporallappenepilepsie. Die Forschung ergab, dass CB3 die Epileptogenese signifikant verzögern, spontane rezidivierende Anfälle (SRS) in der chronischen Phase reduzieren und epilepsiebedingte kognitive Beeinträchtigungen durch die Modulation wichtiger Signalwege von oxidativem Stress und Neuroinflammation verbessern kann. Bemerkenswerterweise behielt CB3 seine antiepileptische Wirkung auch nach Behandlungsende bei und demonstrierte damit seine krankheitsmodifizierenden Eigenschaften. Dies eröffnet neue Hoffnung für etwa 30–40 % der Patienten mit medikamentenresistenter Epilepsie.

01 Forschungshintergrund

Epilepsie ist eine häufige chronische neurologische Erkrankung, von der weltweit etwa 70 Millionen Menschen betroffen sind und die durch wiederkehrende, unprovozierte Anfälle gekennzeichnet ist. Obwohl verschiedene Antiepileptika zur Verfügung stehen, entwickeln etwa 30–40 % der Patienten eine therapieresistente Epilepsie. Die derzeitigen Medikamente zielen primär auf die Symptomkontrolle ab (Unterdrückung der neuronalen Übererregbarkeit) und können die Entstehung und das Fortschreiten der Erkrankung (Epileptogenese) nicht verhindern. Oxidativer Stress und Neuroinflammation gelten als zentrale pathologische Mechanismen, die Epileptogenese und Arzneimittelresistenz vorantreiben. Sie bilden einen sich selbst verstärkenden Teufelskreis, der anhaltend zu neuronaler Übererregbarkeit und epilepsiebedingtem neuronalem Zelltod führt und das Fortschreiten der Erkrankung verschlimmert. Daher ist die gezielte Behandlung dieses miteinander verbundenen pathologischen Duos aus oxidativem Stress und Neuroinflammation zur Entwicklung von Therapien mit krankheitsmodifizierendem Potenzial dringend erforderlich und ein wichtiger Schwerpunkt der aktuellen Epilepsieforschung. Das Thioredoxinreduktase/Thioredoxin-System ist ein zentraler Knotenpunkt für die Regulation des intrazellulären Redoxgleichgewichts und der neuroinflammatorischen Signalgebung. TXM-CB3 ist ein Thioredoxin-mimetisches Peptid mit einer Tripeptidstruktur (Ac-Cys-Pro-Cys-NH₂). Frühere Studien haben seine Fähigkeit gezeigt, oxidativen Stress-induzierte Entzündungs- und Apoptose-Signalwege in Modellen wie dem Schädel-Hirn-Trauma zu hemmen. Die Wirksamkeit von CB3 bei Epilepsie und seine potenziellen krankheitsmodifizierenden Eigenschaften waren jedoch bisher unbekannt.

02 Innovative Highlights

Erste Bestätigung der dualen Hemmung von oxidativem Stress und Neuroinflammation durch CB3 in einem Epilepsie-Modell:

Die Studie bestätigte zunächst in einem In-vitro-Modell für durch niedrige Magnesiumkonzentrationen induzierte epileptiforme Aktivität, dass die Vorbehandlung mit CB3 konzentrationsabhängig den Spiegel reaktiver Sauerstoffspezies senkte, die mRNA-Expression proinflammatorischer Zytokine (IL-6, IL-1β, TNF-α) signifikant herabregulierte und das antiinflammatorische Zytokin IL-10 hochregulierte. Dies legte eine solide mechanistische Grundlage für nachfolgende In-vivo-Studien.

Systematische Bewertung der therapeutischen Wirkung von CB3 während der frühen Epileptogenese und der chronischen Phase:

Die Studie umfasste zwei Kernkohorten: Kohorte I erhielt nach einem Status epilepticus eine frühzeitige CB3-Intervention, um deren antiepileptogenes Potenzial zu untersuchen; Kohorte II erhielt eine CB3-Behandlung während der etablierten chronischen Epilepsiephase, um deren krankheitsmodifizierende Wirkung zu evaluieren. Dieses Studiendesign verdeutlicht umfassend die Rolle von CB3 in verschiedenen Krankheitsstadien.

Umfassende Beurteilung von drei Kernindikatoren: Anfälle, Neuroprotektion und Verhalten:

Die Studie untersuchte nicht nur den Einfluss von CB3 auf Häufigkeit und Belastung durch SRS, sondern bewertete auch histologisch dessen Schutzwirkung auf die Integrität der Hippocampusneuronen. Darüber hinaus wurde eine Reihe von Verhaltenstests (Open-Field-Test, Elevated-Plus-Maze-Test, Novel-Object-Recognition-Test, T-Maze-Test) eingesetzt, um die Verbesserung der kognitiven Funktion und angstähnlicher Verhaltensweisen umfassend zu evaluieren.

Aufdeckung der anhaltenden Restwirkungen von CB3, die dessen krankheitsmodifizierende Eigenschaften hervorheben:

Die Studie ergab, dass die anfallsreduzierende Wirkung von CB3 unabhängig von einer frühzeitigen Intervention oder einer Behandlung der chronischen Phase noch mehrere Wochen nach Beendigung der nur zweiwöchigen Behandlung anhielt. Diese anhaltende Wirksamkeit über den Behandlungszyklus hinaus ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu herkömmlichen Antiepileptika, die die Symptome nur vorübergehend kontrollieren. Dies deutet darauf hin, dass CB3 den natürlichen Verlauf der Erkrankung tatsächlich beeinflussen kann.

03 Ergebnisse und Diskussion

3.1 CB3 unterdrückt wirksam oxidativen Stress und Entzündungsreaktionen bei epileptiformer Aktivität

In primären kortikalen Neuron-Glia-Kulturen wurde unter Magnesiummangel epileptiforme Aktivität induziert. Wie in Abbildung 1 dargestellt, hemmte die CB3-Vorbehandlung den durch die epileptiforme Aktivität verursachten Anstieg der Dihydroethidium-(DHE)-Fluoreszenzintensität signifikant, was auf eine Milderung des oxidativen Stresses hindeutet. Gleichzeitig zeigten qRT-PCR-Ergebnisse, dass CB3 die mRNA-Spiegel der proinflammatorischen Faktoren IL-6, IL-1β und TNF-α signifikant reduzierte und die Spiegel des antiinflammatorischen Faktors IL-10 erhöhte (Abb. 1).

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Abb. 1. CB3 moduliert die oxidative Aktivität und die Zytokinexpression bei durch niedrige Mg2+-Konzentrationen induzierter epileptiformer Aktivität.

3.2 Frühe CB3-Intervention verzögert die Epileptogenese und reduziert die Anfallshäufigkeit

Im Kaininsäure-induzierten Status-epilepticus-Modell (Kohorte I) zeigte die frühzeitige Gabe von CB3 (20 mg/kg/Tag, i.p., über 2 Wochen) signifikante antiepileptogene Effekte. Im Vergleich zur Kontrollgruppe (Vehikel) wiesen die Tiere der CB3-Gruppe eine signifikant verlängerte Latenzzeit bis zum ersten spontanen Anfall, eine signifikant reduzierte Anfallshäufigkeit und kumulative Anfallslast über den gesamten 12-wöchigen Beobachtungszeitraum sowie kürzere Anfallsdauern auf. Die kumulative Wahrscheinlichkeit, dass die Tiere anfallsfrei blieben, war in der CB3-Gruppe ebenfalls signifikant höher (Abb. 2).

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Abb. 2. CB3 unterdrückt die Entwicklung einer Epilepsie und die Gesamtanfallslast nach einem Status epilepticus.

3.3 CB3 verbessert die kognitive Funktion und reduziert angstähnliches Verhalten während der Epileptogenese

Verhaltenstests, die fünf Wochen nach dem Status epilepticus (d. h. drei Wochen nach Absetzen von CB3) durchgeführt wurden, zeigten, dass die mit CB3 behandelten Tiere im Open-Field-Test eine größere Gesamtstrecke zurücklegten, häufiger die zentrale Zone aufsuchten und dort mehr Zeit verbrachten. Auch im erhöhten Pluslabyrinth verbrachten sie mehr Zeit in den offenen Armen und betraten diese häufiger, was auf ein reduziertes angstähnliches Verhalten hindeutet. Im T-Labyrinth-Test mit spontaner Alternation schnitten die mit CB3 behandelten Tiere besser ab, was auf ein intaktes räumliches Arbeitsgedächtnis schließen lässt (Abb. 3).

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Abb. 3. CB3 verhindert kognitive Beeinträchtigungen, die mit der Entwicklung einer Epilepsie einhergehen.

3.4 CB3 schützt die Integrität von Hippocampusneuronen und reduziert oxidative DNA-Schäden.

Die Nissl-Färbung zeigte, dass eine frühzeitige CB3-Intervention den Neuronenverlust in den CA1- und CA3-Regionen des Hippocampus nach einem Status epilepticus signifikant reduzierte. Die Immunfluoreszenzfärbung ergab weiterhin, dass die CB3-Behandlung die Fluoreszenzintensität des Markers für oxidative DNA-Schäden, 8-OHdG, in CA1-Neuronen des Hippocampus verringerte, was auf eine Linderung der epilepsiebedingten oxidativen Stressschäden hindeutet (Abb. 4).PepAxis Peptide Synthesizers32.4.png

Abb. 4. CB3 üben nach wiederholten epileptischen Anfällen eine anhaltende Schutzwirkung auf Hippocampusneuronen aus.

3.5 Die CB3-Behandlung lindert wirksam bestehende chronische Epilepsie

Im Tiermodell der chronischen Epilepsie (Kohorte II) reduzierte eine zweiwöchige CB3-Behandlung die Häufigkeit und die kumulative Belastung durch spontane rezidivierende Anfälle (SRS) signifikant. Dieser Effekt hielt bis zu vier Wochen nach Behandlungsende an und belegte damit die positive modifizierende Wirkung von CB3 auf die bestehende Epilepsie (Abb. 5).

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Abb. 5. Die CB3-Behandlung unterdrückt wiederkehrende Anfallsaktivität und Anfallsprogression bei epileptischen Tieren.

3.6 Einschränkungen der CB3-Wirkung auf das Verhalten bei chronischer Epilepsie

In der chronischen Behandlungsphase zeigte CB3 lediglich einen Trend zur Reduzierung angstähnlicher Verhaltensweisen (Verbesserungen im Open-Field- und Elevated-Plus-Maze-Test), konnte aber kognitive Defizite im Novel-Object-Recognition-Test und im T-Maze-Test nicht beheben. Dies deutet darauf hin, dass eine frühzeitige Intervention für den Erhalt der kognitiven Funktion entscheidender sein könnte.

04 Schlussfolgerung und Zukunftsperspektiven

Diese Studie liefert überzeugende Belege dafür, dass das Thioredoxin-mimetische Peptid CB3 in einem präklinischen Epilepsie-Modell ein signifikantes krankheitsmodifizierendes Potenzial besitzt. Sein zentraler Wert liegt in der Erzielung vielfältiger therapeutischer Vorteile – Hemmung der Epileptogenese, Reduktion der Anfallshäufigkeit in der chronischen Phase, Schutz von Neuronen und teilweise Verbesserung von Verhaltenskomorbiditäten – durch die duale Modulation der wichtigsten pathologischen Faktoren: oxidativer Stress und Neuroinflammation, mit anhaltender Wirkung.

CB3 stellt ein neues Paradigma dar, das sich von traditionellen Antiepileptika unterscheidet. Der Fokus verschiebt sich von der Symptombekämpfung (neuronale Erregbarkeit) hin zur Bekämpfung der zugrundeliegenden Krankheitsursachen (oxidativer Stress/Neuroinflammation). Zukünftige Forschung könnte sich auf Folgendes konzentrieren: ① die detaillierte Untersuchung der spezifischen molekularen Zielstrukturen und Signalwege von CB3; ② die Durchführung umfassender pharmakokinetischer und Sicherheitsbewertungen zur Vorbereitung der klinischen Anwendung; ③ die Erforschung von Kombinationsstrategien mit bestehenden Antiepileptika, insbesondere für Patienten mit therapieresistenter Epilepsie; und ④ die Validierung der Wirksamkeit in verschiedenen Tiermodellen, einschließlich weiblicher Tiere, um geschlechtsspezifische Unterschiede zu untersuchen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass CB3 neue Hoffnung für die Entwicklung von Therapien weckt, die den Verlauf der Epilepsie beeinflussen können und potenziell eine neue Behandlungsoption für Millionen von Patienten weltweit mit medikamentenresistenter Epilepsie darstellen.


Singh PK, Maurya S, Saadi A, Sandouka S, Zhang T, Kadosh O, Sheeni Y, Martin V, Atlas D, Shekh-Ahmad T. Thioredoxin-mimetisches Peptid mildert das Fortschreiten der Epilepsie und neurokognitive Defizite. Redox Biol. 2026 Mär;90:104021. doi: 10.1016/j.redox.2026.104021.