Der Selbstassemblierungsmechanismus von Cyclopeptid-Dendrimer-Hybridmolekülen
Die Selbstorganisation von Cyclopeptid-Dendrimer-Hybridmolekülen ist ein komplexer, synergistischer Prozess. Im Kern handelt es sich dabei um einen Prozess, bei dem Moleküle spontan geordnete supramolekulare Strukturen durch verschiedene, thermodynamisch bedingte, nicht-kovalente Wechselwirkungen bilden. Zu den zentralen Triebkräften zählen Wasserstoffbrückenbindungen, hydrophobe Wechselwirkungen, π-π-Wechselwirkungen und elektrostatische Wechselwirkungen. Die synergistische Koordination dieser Wechselwirkungen bestimmt Morphologie, Größe und Stabilität der selbstorganisierten Strukturen.
Wasserstoffbrückenbindungen sind die treibende Kraft für die Selbstorganisation von Cyclopeptid-Dendrimer-Hybridmolekülen und beruhen hauptsächlich auf den Amidbindungen (–CO–NH–) der Cyclopeptidsegmente. Die Amidbindungen in Cyclopeptidmolekülen können als Wasserstoffbrückendonatoren (NH) und -akzeptoren (CO) fungieren. Mehrere Cyclopeptidmoleküle interagieren über intermolekulare Wasserstoffbrückenbindungen miteinander und bilden regelmäßig gestapelte Strukturen, aus denen sich wiederum geordnete Strukturen wie Nanoröhren und Nanofasern zusammenlagern. Beispielsweise können verschiedene Cyclopeptide wie cyclische α-alternierende (D,L)-Peptide, cyclische β-Peptide und cyclische α,γ-Peptide über intermolekulare Wasserstoffbrückenbindungen zu Nanoröhren zusammengefügt werden. Die Kavität von α,γ-Cyclopeptid-Nanoröhren ist teilweise hydrophob und kann zur Einkapselung unpolarer Lösungsmittel genutzt werden, was ein potenzielles Anwendungsgebiet in der Wirkstofffreisetzung eröffnet.
Die terminalen funktionellen Gruppen von Dendrimeren (wie Hydroxyl- und Carboxylgruppen) können ebenfalls Wasserstoffbrückenbindungen ausbilden und intra- oder intermolekulare Wasserstoffbrückenbindungen mit den Amidbindungen von Cyclopeptiden eingehen. Dies stabilisiert die Konformation der Hybridmoleküle und reguliert den Selbstassemblierungsprozess. Stärke und Richtung der Wasserstoffbrückenbindungen lassen sich durch die Aminosäuresequenz der Cyclopeptide und die terminalen funktionellen Gruppen der Dendrimere steuern, wodurch der präzise Aufbau selbstassemblierter Strukturen ermöglicht wird.
Hydrophobe Wechselwirkungen sind ein Schlüsselfaktor für die Selbstorganisationsmorphologie von Hybridmolekülen. Sie beruhen auf der abstoßenden Wechselwirkung zwischen Wassermolekülen und dem hydrophoben Teil der Hybridmoleküle. Diese Wechselwirkung fördert die Aggregation hydrophober Gruppen und die Exposition hydrophiler Gruppen in wässriger Umgebung, wodurch verschiedene amphiphile Strukturen entstehen. Der hydrophobe Teil von Cyclopeptid-Dendrimer-Hybridmolekülen stammt hauptsächlich von den hydrophoben Aminosäureresten der Cyclopeptide (wie Leucin und Phenylalanin) und den hydrophoben Enden der Dendrimere (wie Alkylketten), während der hydrophile Teil von den hydrophilen Enden der Dendrimere (wie Hydroxyl-, Carboxyl- und Aminogruppen) stammt.
Wenn sich Hybridmoleküle in wässriger Lösung befinden, aggregieren hydrophobe Gruppen spontan zu einem hydrophoben Kern, während hydrophile Gruppen eine hydrophile Hülle bilden. Dadurch entstehen Strukturen wie Nanokugeln und Mizellen. Befindet sich die Amphiphilie der Hybridmoleküle in einem ausgeglichenen Zustand, können eindimensionale, geordnete Strukturen wie Nanofasern und Nanoröhren entstehen. Beispielsweise weisen Cystin-verbrückte γ-Cyclopeptid-Dendrimer-Hybridmoleküle Amphiphilie auf. Ihre hydrophoben Cyclopeptid-Anteile bilden über intermolekulare Wasserstoffbrückenbindungen Nanoröhren, während die hydrophilen Dendrimer-Anteile außerhalb der Nanoröhren liegen und durch hydrophobe Wechselwirkungen in Wasser und wässrigen Lösungen einheitliche, filamentöse Strukturen bilden können.
Neben Wasserstoffbrückenbindungen und hydrophoben Wechselwirkungen spielen auch π-π-Wechselwirkungen und elektrostatische Wechselwirkungen eine wichtige Rolle bei der Selbstorganisation von Hybridmolekülen. Sie wirken mit den beiden erstgenannten Wechselwirkungen zusammen, um die Stabilität und Regelmäßigkeit der selbstorganisierten Strukturen zu gewährleisten. π-π-Wechselwirkungen beruhen hauptsächlich auf den aromatischen Aminosäureresten in Cyclopeptidsegmenten (wie Phenylalanin und Tryptophan). Diese aromatischen Gruppen bilden durch die Wechselwirkung ihrer π-Elektronenwolken regelmäßige Stapelstrukturen und stabilisieren so das Selbstorganisationssystem zusätzlich. Beispielsweise können Cyclodipeptide mit aromatischen Gruppen durch den synergistischen Effekt von π-π-Wechselwirkungen und Wasserstoffbrückenbindungen eine effiziente Selbstorganisation erreichen und Strukturen wie Nanofasern bilden.
Die elektrostatische Wechselwirkung beruht hauptsächlich auf den Ladungen der endständigen funktionellen Gruppen von Hybridmolekülen (z. B. der negativen Ladung von Carboxylgruppen und der positiven Ladung von Aminogruppen). Tragen Hybridmoleküle Ladungen, beeinflussen die elektrostatischen Anziehungs- oder Abstoßungskräfte zwischen den Molekülen die Größe und Morphologie der selbstorganisierten Strukturen. Durch Anpassen des pH-Werts der Lösung lässt sich der Ladungszustand der Hybridmoleküle verändern, wodurch die Stärke der elektrostatischen Wechselwirkung reguliert und die Bildung selbstorganisierter Strukturen reversibel gesteuert werden kann.
Lijinjie, E-Mail: lijinjie@dilunbio.com






